Zwischentöne:
Frauen debattieren über Nationalismus, Krisen und Konflikte


Krisen und Konflikte prägen heute den Alltag in verschiedenen Regionen. Wurde beim Zerfall des ehemaligen Jugoslawien ein aggressiver Nationalismus bemüht, um Machtverhältnisse zu festigen, so legitimiert gegenwärtig die Ausrufung des so genannten Kriegs gegen den Terrorismus und die undifferenzierte Teilung in das Gute und Böse die hegemonialen Ansprüche. Solche Gewalt erzeugenden Situationen gehen meistens mit dem Ausschluss der Frauen aus den öffentlichen politischen Debatten einher. Trotzdem engagieren sich viele Frauen in Konfliktlösungen und in Friedensinitiativen und lassen sich nicht vom herrschenden Diskurs erdrücken. Sie brechen die Polarisierungen auf, bekämpfen die Ausgrenzungstendenzen und bringen ihre Interessen auf die Tagesordnung. Um den Ohnmachtsgefühlen entgegen zu wirken, haben wir Frauen aus verschiedenen Konfliktregionen nach Luzern eingeladen, um mit ihnen zu debattieren und die Verhältnisse zu reflektieren.

Sumaya Farhat-Naser
Professorin und Friedensaktivistin, erhielt 2000 für ihr Engagement zum Dialog zwischen Frauen und Jugendlichen in Palästina und Israel den Augsburger Friedenspreis.

Damia Benkhouya

ist Herausgeberin der Zeitschrift der marokkanischen Frauenbewegung "8. März" und engagiert sich als Aktivistin und Buchautorin gemeinsam mit der bekannten Soziologin und Schriftstellerin Fatima Mernissi gegen Vergewaltigung und Diskriminierung der Frauen.

Anni Lanz
ist Soziologin und Sekretärin der solidarité sans frontières (sosf).

Elisabeth Joris
Historikerin mit Schwerpunkt Frauen- und Geschlechtergeschichte in der Schweiz des 19. und 20. Jahrhunderts, zahlreiche Publikationen.
Olympe-Piazza im RomeroHaus
20. April 2002